Presseveröffentlichung der Bergsträsser Winzer eG,

des Unesco-Geoparks "Bergstrasse-Odenwald"

  und der Rebenveredlung Antes zum Kooperationsprojekt "Erlebnispfad Wein & Stein" 22.12.06

                                         

 

 

 

Erlebnispfad „Wein & Stein“ bereits in der Umsetzungsphase

Wein und Stein - eine ganz besondere Kombination, die der UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald und die Bergsträßer Winzer künftig nicht nur Weinliebhabern auf einem Erlebnispfad durch die reizvolle Landschaft vor den Toren von Heppenheims nahe bringen möchten.

Anlässlich des Abschlusses einer Pflanzaktion auf dem Heppenheimer Steinkopf war es nun so weit. Landrat und Geopark-Vorsitzender Matthias Wilkes, der einen der früh blühenden Bäume - einen Mandelbaum - gepflanzt hatte, freute sich, in unmittelbarer Nachbarschaft die ersten drei ganz aktuell aufgestellten Schilder des Erlebnispfads "Wein & Stein" in Augenschein zu nehmen. Damit können der Geopark und die Bergsträsser Winzer eG nach der Reaktivierung des Winzerbrunnens einen weiteren Fortschritt im Ausbau des Pfades vermelden.

Eigens für die nun entstandenen Pfad-Stationen wurden in den letzten Wochen auf einer Weinbergsfläche der Rebveredlung Antes die Terassen für den "Vitis-Garten" und den "Öko-Garten" angelegt. Wild- und Urformen der Reben werden dort einmal ebenso zu besichtigen sein, wie moderne pilztolerante Rebkreuzungen.

Umrahmt wird der Gartenbereich von weit mehr als einem Dutzend Weinbergspfirsichen und früh blühenden Mandelbäumen. Aber auch etliche Feigenbäume, die das südländische Klima unserer Landschaft unterstreichen, umrahmen den Rebgarten. Bänke, die bereits durch den Heimat- und Verkehrsverein Heppenheim zugesagt wurden, sollen künftig  an dieser Stelle mit herrlicher Aussicht über das Hambacher Tal zum Verweilen einladen.

Und im Geopark und bei den Bergsträsser Winzern liegen schon Pläne in der Schublade, wie dieser Teil des Pfades nochmals aufgewertet werden kann. Sofern sich weitere Sponsoren und Partner aus der Region finden, die gerne dieses Geopark-Projekt unterstützen möchten, ist also noch jede Menge Spielraum vorhanden. So hat sich ein Heppenheimer Sponsor beispielsweise in dieser Woche bereit erklärt, den Bereich mit einem größeren Kunstobjekt aufzuwerten...

An der Fertigstellung des Erlebnispfades wird nun verstärkt gearbeitet, so dass der UNESCO-Geopark und die Bergsträßer Winzer e.G. fest damit rechnen, diesen im Rahmen eines großen Festes im Frühling einzuweihen und der Reihe bestehender Geopark-Erlebnispfade eine ganz besondere Perle direkt vor unserer Haustür hinzuzufügen.

vlnr: Frau Rau, Otto Guthier (1. Vorsitzender des Weinbauverbandes Hessische Bergstrasse, 1. Kreisbeigeordneter Jürgen Lehmberg, Landrat Matthias Wilkes, Reinhard Diehl (Geschäftsführer des UNESCO-Geoparks), Heinrich Hillenbrand (2. Vorsitzender des Weinbauverbandes), Reinhard Antes (Vorsitzender Bergsträsser Winzer eG), Herr Rau  22.12.2006

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. 

 BERGSTRÄSSER WINZER eG            Darmstädter Straße 56   64646 Heppenheim

1. Vorsitzender Reinhard Antes              Telefon 06252 / 77 101               Telefax 06252 / 787 326

Presseberichte:

Marion Menrath, Starkenburger Echo
23.12.2006

 

Wein, Stein und blühende Bergstraße
Erlebnispfad: Kreis, Winzer eG und Geopark weihen am Steinkopf erste Schilder ein und pflanzen einen Mandelbaum

HEPPENHEIM. Der Sonnenschein wärmte wie an einem schönen Frühlingstag, doch der Wind pfiff am Freitagnachmittag, zwei Tage vor Heiligabend, kühl über den exponierten Buckel des Steinkopfes, hoch über dem Hambacher Tal. Die kleine Gruppe, die sich dort in der Nähe der Winzerrast versammelt hatte, hatte zweifachen Grund zum Feiern: Erstens wurden die ersten drei von künftig 29 Schildern für den geplanten Erlebnispfad „Wein und Stein“ vorgestellt. Das Kooperationsprojekt von Bergsträßer Winzer eG (BGW) und Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald soll zu Beginn des Sommers 2007 eingeweiht werden, wie Geopark-Geschäftsführer Reinhard Diehl erläuterte.

Und zweitens hat der Kreis Bergstraße auch in diesem Jahr 4000 Euro für das Projekt „Blühende Bergstraße“ zur Verfügung gestellt. Stellvertretend für 230 Mandel- und Pfirsichbäume kam am Steinkopf ein Mandelbäumchen in die Erde, bevor der Winter möglicherweise doch noch hereinbricht. Die übrigen Bäume sind bereits von Winzern und den Bauhöfen in Heppenheim, Bensheim und Zwingenberg gepflanzt worden. Angestoßen wurde stilgerecht mit einem 2004er Centurio Rotwein-Cuvee aus Spätburgunder und Merlot vom Steinkopf.

BGW-Geschäftsführer Otto Guthier dankte dem Kreis für die Spende. Die Bäume stünden für die blühende Bergstraße und den Frühlingsgarten Deutschlands. Sie trügen zur Gestaltung der Landschaft bei und seien Anziehungspunkt für Wanderer und Touristen. Der Beitrag zur „blühenden Bergstraße“ gehöre zum Pflichtprogramm des Kreises, versicherte Landrat Matthias Wilkes. Der Kreis lebe von dem schönen Landschaftsbild, zu dem die Weinberge und Blüten der Bergstraße gehörten. Wein und Blüten machten auch das Lebensgefühl aus. Wilkes sicherte den Winzern auch für die nächsten Jahre Kreismittel für weitere Bäumchen zu.

Diehl verwies auf die seit dem Jahr 2000 bestehende fruchtbare Kooperation von Geopark und Winzern. Es gebe gemeinsame Exkursionen mit einer abschließenden Weinprobe sowie einen Geopark-Wein. Außerdem habe Reinhard Antes einen Teil der Ausbildung der 45 Geopark-Ranger übernommen.

Geologie, Weinbau und Kunst sollen beim Erlebnispfad zu einer Einheit verschmelzen. Auf einem Grundstück von Hildegard und Josef Rau ist bereits ein Wingert mit alten Rebsorten entstanden, den die Familie Rau pflegt. Wichtigste Rebsorte ist der bis in die sechziger Jahre an der Bergstraße dominierende Willbacher (Blauer Wildbacher). Seltener sind Sorten wie Roter Riesling, Elbling sowie der Weiße Heunisch, die Ursprungssorte so wichtiger europäischer Rebsorten wie dem Chardonnay. Ein Schild zum Thema „autochthone Rebsorten“ erläutert diese Zusammenhänge. „Autochthon“, altgriechisch für „selbst“, bezeichnet in dem Gebiet entstandene Sorten.

Ein weiteres Schild verweist darauf, dass neben Vitis sylvestris, der Echten Wilden Weinrebe aus Europa, auch nordamerikanische Reben zu den Ahnen moderner Sorten gehören. Weltweit seien hundert Rebarten in drei Genzentren im westlichen Nordamerika, Nord- und Mittelamerika und in Ostasien entstanden.

Auf einer Fläche der Rebveredelung Antes wurden bereits Terrassen für den sogenannten Vitis- und Ökogarten angelegt. Dort werden einmal Wild- und Urformen der Reben aus der ganzen Welt ebenso zu besichtigen sein wie die Ergebnisse von 125 Jahren Resistenzzüchtung, wie Reinhard Antes, Vorstandsvorsitzender der Bergsträßer Winzergenossenschaft erläuterte.

Umrahmt wird dieser Garten von mehr als einem Dutzend Weinbergspfirsichen, frühblühenden Mandeln und Feigenbäumen für das mediterrane Flair. Bis zum Weinfrühling in 16 Wochen soll alles fertig sein, versprach Antes.

Zur Umsetzung weiterer ehrgeiziger Pläne, für die eine sechsstellige Summe aufgebracht werden müsse, sei man aber noch auf Sponsoren angewiesen, sagte er.

Mit gutem Beispiel geht Ernst Goss, der Gründer des gleichnamigen Autohauses, voran: Er stiftet ein großes Kunstwerk für den Erlebnispfad, das aus gelbem Sandstein entstehen soll, wie er bereits verriet. Außerdem hat Goss am Steinkopf einen Hektar weitgehend verwilderte Steillage gekauft. Dort ist er gerade dabei, Büsche und anderen Wildwuchs zu entfernen, um die Fläche als Rebgarten zu nutzen. Ähnlich wie am Schlossberg sollen Trockensteinmauern freigelegt werden, um einen Beitrag zur Ökologie zu leisten. Er habe sicherstellen wollen, dass das Grundstück in den Händen eines Heppenheimers bleibe, betonte Goss.

Bänke, die der Heimat- und Verkehrsverein Heppenheim bereits zugesagt hat, sollen das Ensemble abrunden und zum Verweilen an dieser Stelle mit herrlicher Fernsicht einladen.

 

 

Bergsträßer Anzeiger
23. Dezember 2006 tr

Von Römer bis Reblaus: Der Erlebnispfad wächst

WEIN UND STEIN: Kreis finanziert 230 Mandel- und Pfirsischbäume für Kooperationsprojekt / Pflanzung im Heppenheimer Steinkopf

Bergstraße. Allerspätestens im Sommer 2007 soll der "Erlebnispfad Wein und Stein" vollendet sein. Das Kooperationsprojekt der Winzergenossenschaft mit dem Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald ist eine etwa zehn Kilometer lange Informationsschleife durch die Weinberge zwischen Heppenheim und Bensheim. Neben zahlreichen wissenswerten Details über die geologische und Rebsortenvielfalt des Anbaugebiets will das Projekt mit der Aktion "Blühende Bergstraße" auch die landschaftlichen Vorzüge des Region zum Ausdruck bringen. Einer vor 230 Mandel- und Pfirsischbäumen wurde gestern feierlich in Heppenheim begossen.

"Blüten und Wein gehören untrennbar zum Landschaftbild der Bergstraße", sagte Matthias Wilkes bei einer symbolischen Pflanzung in der Lage Steinkopf. Die Bäume - eine Spende vom Kreis - sollen die touristische Anziehungskraft der Bergstraße stützen und das Projekt Erlebnispfad noch attraktiver machen, betonte der Landrat bei einem Glas Heppenheimer Rotwein. "Ein Dank an die Winzer für deren vorbildliche Arbeit."

29 Hinweisschilder geplant

Der Geschäftsführer der Bergsträßer Winzer eG und Vorsitzende des Weinbauverbands Hessische Bergstraße, Otto Guthier, lobte die Aktion als sichtbare Akzentuierung einer Landschaft, die sich als früher Frühlingsgarten Deutschlands noch besser präsentieren müsse. Mit der Fertigstellung des Lehrpfades erhoffen sich die Beteiligten ein kulturelles Gesamtwerk, das die Themen Wein und Geologie, Klima und Landschaft verbindet und darüber hinaus Raum für künstlerische Beiträge lässt - Kontakte mit Bildhauern sind bereits geknüpft, wie Reinhard Antes, Vorstandsvorsitzender der Winzergenossenschaft erklärt.

Von Antes stammen die meisten Informationen auf den insgesamt 29 Hinweisschildern entlang des Wanderwegs zwischen Steinkopf und Bensheimer Paulus. Der Experte für Weinbau und Rebzüchtung möchte die Gestaltung am liebsten bis zum Bergsträßer Weinfrühling zu Ende bringen und den Teilnehmern der Weinlagenwanderung am 1. Mai ein besonderes Erlebnis bieten: Die behandelten Themen reichen von den Römern bis zur Reblaus, vom Klimawandel bis zum Überleben so genannter autochthoner Rebsorten.

Bereits im Spätsommer diesen Jahres wurden im Steinkopf einige "alteingesessene" oder "eingeborene" Sorten gepflanzt, um sie für künftige Generationen erhalten zu können. In der Parzelle von Hildegard und Josef Rau wurzeln Blauer Wildbacher und Roter Riesling, darüber hinaus werden Raritäten wie Gelber Orleans, Heunisch und Lamberttraube ausgesetzt.

Ur-Reben wieder etabliert

Für den Rebveredler Antes, ein Prophet weinbauspezifischer Sortenverschiebung, bedeutet die Etablierung der Ur-Reben auf heimischem Boden eine veritable Sensation. An der Bergstraße wachsen einige Weine, die weltweit praktisch kaum noch zu finden sind. Als Kooperationspartner ist die renommierte Forschungsanstalt Geisenheim (Rheingau) mit der Abteilung Rebenzüchtung im Boot.

Für die gesamte Anlage kalkuliert Antes mit einer "sechsstelligen Projektsumme" - der Erlebnispfad braucht weitere Sponsoren, um den hohen Anspruch möglichst zeitnah realisieren zu können. Vor kurzem wurde das Projekt-Team von Ernst Goss verstärkt. Der Heppenheimer hat einen ein Hektar großen Weinberg in Nachbarschaft zu den Raus gekauft und systematisch von Wildwuchs befreit. Die Parzelle befindet sich in einer starken Hanglage von über 60 Prozent und soll demnächst im Sinne des Weinpfads genutzt werden, wie der Besitzer vor Ort erklärte.

Für den Geschäftsführer des Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald, Reinhard Diehl, ist das Projekt ein Höhepunkt der Kooperation mit der Winzer eG, die seit sechs Jahren andauert und von zahlreichen Exkursionen und Veranstaltungen gesäumt ist. Auch Diehl ist zuversichtlich, den neuen Erlebnispfad zum Zeitpunkt der Bergsträßer Mandelblüte eröffnen zu können. tr

Vorhergehende Pressemeldungen zum Lehrpfad